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Härten

Wir sind dank unserer eigenen Härterei in der Lage, durch eine Wärmebehandlung die Werkstoffe härter zu machen. Härtere Metalle sind verschleißfester und maßbeständiger.

Um spezielle Bauteilfunktionen gewährleisten zu können, benutzen wir verschiedene Arten der Wärmebehandlung:

  • Härten
    • Durchhärten
  • Vergüten
    • Härten mit Anlassen
  • Randschichthärten
    • Einsatzhärten / Aufkohlen
    • Induktivhärten / Induktionshärten
    • Nitrieren (Plasmanitrieren, Gasnitrieren)
  • Weitere Wärmebehandlungen (nicht Härten)
    • Normalglühen
    • Weichglühen
    • Spannungsarmglühen

Beim Härten durch Wärmebehandlung gibt es grundsätzlich drei Schritte:
Erhitzen Abschrecken Anlassen.

Durch das kontrollierte Erhitzen des Metalls verändert sich die Molekülstruktur. Wichtig dafür ist der Anteil an Kohlenstoff im Metall. Würde man das Werkstück langsam wieder abkühlen lassen, würden die Moleküle wieder in ihre ursprüngliche Form – ein kubisch-raumzentriertes Eisengitter – zurückkehren. Dieser Vorgang geschieht nur langsam. Durch das schnelle Abschrecken mit Wasser, Öl, Gasen oder anderen Stoffen werden die durch das Erhitzen gelösten Kohlenstoffatome aber zwischen den Eisenatomen fixiert, und das Eisengitter bleibt in seiner neuen Form – das sogenannte „tetragonal-verzerrte kubisch-raumzentrierte“ Eisengitter. Diese neue Molekülstruktur macht den Stahl sehr hart.
Bei den thermochemischen Verfahren werden die Werkstücke nicht nur erhitzt, sondern zusätzliche Stoffe hinzugegeben. Beim Aufkohlen ist es Kohlenstoff, beim Nitrieren Stickstoff, beim Carbonitrieren beides. Die Vorteile des Nitrierens sind unter anderem dünne Härteschichten und kein Härteverzug. Das Bauteil kann vor dem Härten fertig bearbeitet werden.

Nach dem Abschrecken ist das Metall des Werkstückes sehr fest, und damit auch sehr spröde. Das Material hat ähnliche Eigenschaften wie Glas; sehr hart, aber brüchig.

Um dem Werkstück wieder die gewünschte Zähigkeit zu verleihen, wird es erneut erwärmt, aber mit geringeren, für jeden Werkstoff genau festgelegten Temperaturen. Diesen Vorgang nennt man Anlassen. Dadurch werden außerdem Spannungen aus dem Metall genommen, die durch das Erhitzen und Abschrecken auftreten können.